Bionit® Umweltaspekte Artikel 4
Auszug aus:
Ergebnisse mit dem bentonit montmorillonithaltigen Güllezusatz AGRIBEN® aus Exakt- und Praxisversuchen
Autor:
Peter-C. Schillok, Süd-Chemie AG, Lenbachplatz 6, 80333 München
1. Einführung
Jeder Landwirt, der eine ordnungsgemäße Güllewirtschaft verfolgt, hat das Ziel, daß die wertvollen Inhaltsstoffe der Gülle in den Nähntoffkreislauf des Betriebes mit hohem Wirkungsgrad umweltverträglich zurückgeführt werden.
Um mit der Gülle in diesem Sinne arbeiten zu können, muß sie den folgenden Anforderungen genügen:
- die Gülle muß gut zu homogenisieren sein und auch dicke Gülle muß über eine gute Fließfähigkeit verfügen
- die Gülle sollte möglichst frei von pflanzenschädigenden Stoffen sein und über eine gute Pflanzen- und Wurzelverträglichkeit verfügen
- bei der Lagerung im Stall sowie bei der Ausbringung auf dem Feld soll die Gülle möglichst geringe Mengen an Schadgasen und Geruchsstoffen freisetzen
- die Nährstoffverfügbarkeit, insbesondere vom Stickstoff, sollte möglichst hoch sein, damit die Gülle gezielt eingesetzt werden kann und eine Optimierung des Ausnutzungsgrades erreicht wird
2. Wissenschaftliche Abprüfung
Diese Forderungen erfüllt eine rohe, unbehandelte Gülle nicht, der Einsatz geeigneter Güllezusätze kann daher einen wesentlichen Beitrag zur Lösung von Gülleproblemen im Betrieb liefern.
Am Markt werden eine Fülle von Güllezusatzmitteln angeboten. Um dem Verbraucher eine verlässliche Information über die Qualität der Marktauswahl auf diesem Gebiet zu geben, ist es von großem Interesse, die Güllezusätze einer vergleichenden Exaktstudie zu unterziehen. Dieser Aufgabe einer Mittel-Abprüfung nahm sich die Arbeitsgemeinschaft Güllebehandlung e.V. an, die sich mit Unterstützung des Ministeriums für den ländlichen Raum Baden-Württemberg den Fragen der Güllebehandlung widmet.
Die im Rahmen dieses Testes abgeprüften 8 Güllezusätze lassen sich den folgenden Stoffgruppen zuordnen:
- vorwiegend mineralisch
- mineralisch-organisch
- organisch
Entsprechend dieser stofflichen Differenzierung überrascht es nicht, dass bei der Abprüfung der Zusätze deutliche Wirkungsunterschiede bei den einzelnen Prüfkriterien beobachtet wurden.
Im Folgenden werden nur die Ergebnisse des bentonit-montmorillonithaltigen Zusatzes AGRIBEN® vorgestellt und diskutiert. Bei der Vergleichsvariante handelt es sich jeweils um einen Güllezusatz auf Zeolith-Basis.
(...)
3.3 Reduzierte Freisetzung von Schadgas- und Geruchsstoffmengen
Die Auswirkungen der Güllezusätze auf die Schadgas und Geruchsemissionen wurden im Auftrag der Arge Güllebehandlung e.V. vom Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart über Olfaktometermessung und Testpersonen (Geruch) ermittelt.

Sofort nach der Ausbringung war bei der AGRIBEN®-Variante eine Geruchsreduzierung um 18 % zu verzeichnen. Eine noch deutlichere Geruchsabnahme ergab sich 2,5 Stunden nach der Ausbringung. Hier war die Emissionsrate um 82 % gegenüber der Rohgülle abgesenkt.
In anderen Versuchen wurde die Wirkung von Bentonit auf die NH3-N-Verluste aus Gülle untersucht.
3.3.1 Ein Windtunnelversuch der TU-München auf vegetationslosem Ackerboden mit Biogasgülle zeigte, daß durch Bentonit-Zusatz Reduzierungen der Ammoniakabgasungen aus der Gülle zwischen 28 - 42 % erreicht werden können.

In einem Windtunnelversuch am Lehrstuhl für Allgemeinen Pflanzenbau der Universität Bonn wurde untersucht, in welchem Umfang Ammoniakverluste nach Gülledüngung auf Dauergrünland in Abhängigkeit von der Güllebehandlung auftreten können. Dazu wurden 5 % eines Güllezusatzes (bezogen auf das Güllevolumen) in Form einer Bentonitsuspension der Gülle zugesetzt. Diese Güllebehandlung verminderte die Ammoniakverluste um ca. 50 %.

Bemerkenswert an beiden Versuchsergebnissen ist die Tatsache, dass die reduzierten Ammoniakemissionen wesentlich größer sind, als die theoretische Sorptionskapazität des Bentonits.
3.3.2 Diskussion
Die emissionsreduzierenden Eigenschaften bentonithaltiger Güllezusätze beruhen auf 2 Wirkungskomplexen:
1. Sorption von Ammoniak durch den Bentonit und damit Schutz vor Abgasung.
2. Verbesserung der Fließfähigkeit durch Bindung hochviskoser Gülleinhaltsstoffe an der Bentonitoberfläche in Verbindung mit einer verbesserten Infiltration in den Boden.
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